Bridgend - zum sterben schön
In Bridgend, Wales, scheint es unter Jugendlichen in “Mode” zu sein Selbstmord zu begehen, so zumindest die öffentlichen Meinungen.
So sind innerhalb eines Jahres 13 Selbstmorde begangen worden von 17-27 jährigen.
Die siebzehn Jahre alte Natasha Randall war ein beliebter Teenager mit vielen Freunden, hatte keine Depressionen und nahm auch keine Drogen. Trotzdem erhängte sie sich in ihrem Zimmer, und wurde als einziges Mädchen das siebte Opfer einer Selbstmordserie in der walisischen Kleinstadt Bridgend.
Quelle: focus online - Großbritannien - Mysteriöser Selbstmordpakt erschüttert Wales
Rein pessimistisch gesehen: wen wundert es, daß die Selbstmorde zunehmen, sogar schon unter Kindern und Jugendlichen?
Der Persönlichkeit entwurzelt, kulturell begradigt oder nicht Interesse zeigend, mit einer eher düsteren Zukunft?
Was soll man da noch erwarten?
Wir leben in einer modernen leere zwischen Wissenschaft, Arbeit, Bildung und Nutzlosgkeit des Menschen jenseits der Arbeitsaktivität.
Der Sinn des Lebens war schon immer ein interessanter Punkt der Menschheit, aber noch nie waren wir der Lösung so weit entfernt wie heute, im Zeitalter von Bits und Bytes, wo virteulles Leben spannender scheint als das wahre Leben.
Das echte Leben erscheint fad und farblos, die Sinne sind nicht scharf genug um die kleinen Unterschiede von Freude und Trauer zu erkennen, der Weg scheint endlos schwer und mißverstanden zu sein.
Amok Schießereien, Selbstmorde, Gewalt, Selbstverstümmelung und geistige Zersetzung sind unser Alltag.
Sehen wir es richtig, die Menschheit steuert unabwendbar ihrem eigenen Tiefpunkt zu. Es wird der Tag kommen, der wird uns nicht minder wie Weltuntergang vorkommen.

Januar 28th, 2008 at 1:35 am
Interessante These.
Kann mich den Aussagen im Großen und Ganzen auch nur anschließen. War es vor 70 Jahren noch die wirtschaftliche Depression, so haben wir heute eine allumfassend moralische. Wonach sollte man im Leben auch noch großartig Streben und auf welche Ziele hinarbeiten, wenn die kleinen heute so kurzfristig erreichbar und die großen schier unendlich weit weg sind. Für manche Menschen ist das Leben eben nur ein Zeitvertreib, so wie eine Tätigkeit, die man nunmal nur so lange ausführt, wie sie einem Spaß macht. Stellt sich nur die Frage, ob es denn so verwerflich ist diese zu beenden, wenn man definitiv keinen Sinn mehr darin sieht. Immerhin sind es gerade bei diesem Thema immer die jeweils “anderen”, die sich darüber mockieren. Schließlich ist Suizid doch eine gänzlich egoistische Sache, da man andere Menschen seelisch grundsätzlich mehr verletzt als sich selbst.
Januar 28th, 2008 at 3:34 am
Dem Kommentar kann ich nur beipflichten.
Was ist an einer Selbsttötung wirklich verwerflich und unmoralisch?
Ich verwende in diesem Kommentar mit Absicht den Begriff der Selbsttötung und nicht des Selbstmordes.
Je nach Kultur ändert sich die Auffassung der Selbsttötung. In manchen Fällen und einigen Kulturen stellt es die Ehre wieder her, in anderen, wie z.b. der christlichen Kultur wird der Mensch der sich selbst umbringt verdammt und muß zur Hölle fahren wegen des Mordes an sich selbst, einer schweren Sünde.
Bei den Germanen z.B., so schreibt man, war die Selbsttötung kein großer Akt, die einzige “Strafe” die der Getöte zu erwarten hatte, daß er die Zeit, die ihm auf Erden vorgeschrieben war, als harmloser Wiedergänger verbringen mußte, als Geist der umherwandert bis seine Zeit auf Erden abgelaufen war.
Damit hat es sich dann auch schon wieder.
Unsere Kultur schreckt natürlich vor diesem Thema zurück, es ist unmoralisch, es ist nicht vertretbar.
Und wie Du schon schriebst, sind die Wunden bei denen die zurückgeblieben sind größer als bei der Person die starb.
Aber ist das nicht bei jedem Tod so? Den Toten kümmert der Tod nicht mehr.
Wie sagte eins ein griechischer Philosoph, war es nicht sogar Sokrates? “Ich fürchte den Tod nicht, denn wenn er da ist, bin ich nicht mehr …”
Februar 22nd, 2008 at 4:09 am
Die Nachricht aus Bridgend / Wales UK, dass viele junge Leute Selbstmord ausüben, hat mich erschüttert.
Man vermutet, dass bei den jungen Menschen die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht befriegend beantwortet ist.
Ich frage mich; Ist diese Art von Selbstmord mit dem, in Irak, Afgahnstan oder Israel vergleichbar?
Das Leben auf Erden hat für diese “Selbstmörder” in diesen Ländern wirklich keinen Sinn. Sie haben alles verloren. Und wenn sie sich am Leben klammern, werden sie bis zum Tode zertampelt.
Was haben die junge Leute in Bridgend verloren?
Ich behaupte: Man hat ihnen den Sinn des Leben nicht gegeben, oder eine geheime Hand treibt sie ins Verderb
Februar 23rd, 2008 at 5:14 am
Was ist der Sinn des Lebens?
Also wenn mir das jemand einleuchtend, abweichend von den konventionellen Aussagen und Ausreden das Leben zu rechtfertigen, erklären, aufweisen kann, dann ist er ein Meister des Lebens!
Sicherlich gibt es einige Menschen auf dieser Welt die ihre Ziele als Wert des Lebens ansehen, ihr Schaffen, ihre Zukunft in Kindern, doch ist es eigentlich eine “Augen Wischerei”!
Der Sinn des Lebens ist die ultimative, unbeantwortete Frage der Menscheit, und ich bin mir fast sicher, daß sie immer so bleiben wird.
Es werden Religionen entstehen die das überschatten werden und künstliche Werte vorstellen, es werden Religionen untergehen, und doch wird sich das Wesen Mensch stets die Frage stellen: wozu das Ganze?
Auch ohne materiellen Verlust ist man ein Sklave, abhängig vom Geld der Welt, abhängig von der Gesellschaft, abhängig von sich selbst und seinen pervertierten Freiheiten und Trieben…
April 22nd, 2008 at 6:34 am
Ich muss sagen, ich kann diese jungen Menschen, die sich das Leben nahmen, nur zu gut verstehen. Ich stehe auch jeden Tag vor einem Scherbenhaufen namens Leben. Ich war immer ein glückliches Kind, doch jetzt bin ich 18 und stehe dem Abgrund näher als je zuvor. Auf der Arbeit werde ich schikaniert, in der Schule rutsche ich ab, meine Freunde wenden sich von mir ab und ich halte keine Beziehung zu einem Mädchen aus. Warum erhänge ich mich nicht? Weil ich zu feige bin. Diese Menschen in Bridgend waren viel mutiger als ich es je sein werde.
Mai 10th, 2008 at 8:09 am
Mutig hin oder her - Fkat ist, daß jeder seine Bestimmugn slebst in den Händen hällt.
Man muß nicht immer das Leben halten und führen wie es alle anderen tun - es kann auch ein selbst gewirktes Leben sein.
Auch Einsamkeit und Depression können produktiv sein. Wahnsinn und andere Dinge die aus morbidem Gedankengut entstehen sind der Pfeiler der Kunst und Kultur.
Was Deine Beziehungen angeht so bin ich mir sicher, daß Du lediglich nicht die richtige gefunden hast bisher.
Viel Mist und Leid muß man ertragen wenn man die Welt mit offenen Augen sieht - sei es Fluch oder Segen.
Mein Tipp. ignoriere Deine Kollegen, sie sind es nciht wert - Schule? Es gibt Schlimmeres als in der Schule schlechter zu werden, Freunde? Wennden sie sich ab, dann sind sie es nicht wert gewesen sie erst so zu bezeichnen.
P.S. Erhängen ist so eine Sache und will gelernt sein. So mancher hat es schon versucht und endete im Rollstuhl.
Von da an wird die Wahl des Ablebens schon sehr stark eingeschränkt unter Umständen.