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Vogelgrippe

Mir kräuseln sich da ja bei dem Thema mittlerweile die Zehennägel hoch, und nicht gerade weil ich Panik davor schiebe vor dem mutierten H5N1 Virus, sondern weil ich nur noch mit kopfschütteln die ganze Aktion verfolgen kann.
Die Presse freut sich zumidnest; was gibt es sonst noch zu berichten außer von perversen Frauen und Kinderschändern, von einstürzenden Dächern oder dem jährlichen Überfluten einer deutschen Region - zumindest wenn man nur die innerländische Nachrichtenstruktur betrachtet.

Der Leser wird diesen Sarkasmus hoffentlich nicht überbewerten, aber genau das drückt am besten meine Stimmung zur Vogelgrippe aus. Ich kann mir die neuen Meldungen nur noch mit chronischem Kopfschütteln anhören oder durchlesen. Habe meinen Arzt hierzu schon konsultiert, es besteht kein Grund zur Sorge.
Als ich schon fest daran glaubte, daß mich nichts mehr neben den täglichen Massenvergasungen von Tieren überraschen konnte - begleitet von den traurigen und verweinten Gesichtern der Bauern deren Existenzgrundlage sich im Gas aufgelöst hat (eine super Grundlage für eine Berichterstattung, Gefühle verkaufen sich immer gut an die breite Masse), kam dann doch noch eine Meldung die wohl alles übertroffen hat: die Bundeswehr mischt mit in der Seuchenbegrenzung!
Nein, ich habe nichts dagegen daß die BW auf Rügen die Tierkadaver von den feuchten Wiesen aufsammelt, aber daß man schon Tornado Jäger, ausgestattet mit Wärmebildkameras, einsetzt um die tierkadaver aufzuspüren, kam ich nicht mehr aus dem Kopfschütteln herraus.

Aber der Staat hat es ja - glücklicherweise ist der Einsatz von Kampfflugzeugen ja nicht gerade teuer. Weiter so, wir bezahlen auch gerne mehr wenn es um unsere Sicherheit geht.

Auch wenn es journalistisch schlecht ist zu sagen, daß man sich nicht an die Quelle erinnern kann, und es nur irgendwo gelesen hat, so will ich es dennoch tun. Ich habe vor einiger Zeit einen Bericht gelesen oder gesehen, in dem es gerade um die Möglichkeit einer Pandemie durch das H5N1 ging, wobei auch Parallelen zur großen Grippe anfang des 20. Jhds. gezogen wurde (H1N1). Will jetzt nicht ins Detail gehen was der Forscher gesagt hatte, und zum Wesentlichen kommen: die Wahrscheinlichkeit eines Massensterbens durch eine Mutation des Virus.

So reicht ein einziger Satz aus um einen klaren Menschen davon zu überzeugen, daß es übertrieben ist sich dermaßen Sorgen zu machen.
So sind im Vergleich auf die eng zusammenwohnende Bevölkerung Asiens gemacht worden, wo eine Pandemie reichlich Nährstoff gehabt hätte weil die Menschen nebeneinander und mit den Überträgern des Virus unter einem Dach leben, wo Kinder täglich im Tierdreck spielen und täglich dem Kontakt mit dem Virus ausgesetzt sind.
Und doch gab es kaum Tote. Geringfügig wenn man eben die Faktoren des Zusammenlebens und der Bevölkerungsdichte unter die Lupe nimmt.

Ein zweifelhaftes Geschäft mit der Angst, die Pharmaindustrie freut sich! Umsätze wie sie zu gesunden Zeiten nie möglich wären!

Nun ja, hoffen wir mal, daß die Seite durch diesen Beitrag noch mehr an Popularität gewinnt - eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der urbanen Panik.

Und wenn man bedenkt, daß jeder normale Husten des Nachbars schon 70% der Erdbevölkerung auslöschen könnte, so bleibt man am bestne in der keimfreien Wohnung und vermeidet jeglichen Kontakt mit der Welt. Was wäre das doch für ein Leben, wenn man rausginge und Angst haben müßte …

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4 Antworten to “Vogelgrippe”

  1. Andy Says:

    Genau!
    Es ist schlimm wie viele Menschen sich von Medien manipulieren lassen -.-

  2. Christoph Says:

    Strenggenommen gibt es wohl kaum Ausnahmen.
    Wir lassen uns genauso manipulieren, nur vielleicht auf einem anderen Feld - es fällt vielleicht noch nichtmal auf.
    Die Medienmaschinerie ist für jeden gedacht :)

  3. Seraja_Ten Says:

    Es ist doch gerade typisch für die menschliche Psyche sich irrationalen Ängsten auszuliefern, damit
    die rational begründbaren nicht mehr so schlimm wirken. So schafft man sich unterbewusst durch
    Flug-, Höhen-, Platz- und Weltuntergangsängste elegant die Möglichkeit sich der Realität zu entziehen
    und bestehende Probleme privater oder gesellschaftlicher Natur zu ignorieren.
    Der Vorteil solcher Ängste ist, dass sie unbegründet und unlösbar sind und einem das gute Gefühl geben
    einem Schicksal ausgeliefert zu sein. Angst ist die Religion der modernen westlichen Gesellschaft und
    unsere Politiker und Entscheidungsträger schwingen sich bereits auf unsere Priester zu werden.

  4. Christoph Says:

    Das ist geneu die Art von Kommentaren die ich liebe: bringen es mit wenigen Worten auf den Punkt!
    Vielen dank - und ja, ich bin exakt der gleichen Meinung!

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